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Dien Bien Phu – Krieg mit Frankreich

Nach einer nervenzehrenden Busfahrt kamen wir im Dunkeln am Busbahnhof Dien Bien Phu an. Dort warteten mal wieder viele Männer am Busbahnhof, die uns alle „helfen“ wollten. Wir schnappten unser Gepäck und verließen schnell den Busbahnhof.

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Auf der Hauptstraße machten wir uns auf die Suche nach einem Hotel bzw machte sich das Hotel auf die Suche nach uns. Kaum vom Gelände des Busbahnhofs herunter, stürzten sich nämlich erneut einige Vietnamesen auf uns, um uns ein Zimmer in ihrem Hotel anzubieten.
Wir ließen uns ein Zimmer auf der anderen Straßenseite zeigen, doch in dem Zimmer saß noch ein Mann ohne Tshirt und mit nur einem Bein. Wir drehten uns auf dem Absatz um und waren ganz schnell wieder draußen.Die Situation war so skurril, dass ich mich noch immer frage, ob das wirklich passiert ist.
An der Rezeption wurde Maureen dann von der Hoteleigentümerin festgehalten, bis ein nervöser Mann aus einem anderen Hotel eintraf. Er redete wild auf uns ein und zeigte uns Fotos auf seinem Handy. Wir ließen uns schließlich die Zimmer zeigen und konnten ihn auf einen fairen Preis herunter handeln. Wir zahlten mit 150.000 Dong pro Doppelzimmer nur die Hälfte von dem günstigsten Zimmer, das auf der Preisliste in der Lobby ausgeschrieben war. Der Hoteleigentümer und seine Frau ließen uns dabei die ganze Zeit merken, wie sehr sie uns als Gäste haben wollten und auch hier wurden wir festgehalten, als wir bei einem Preis von 200.000 Dong gehen wollten. Wir waren froh, als wir den Zimmerschlüssel hatten und Ruhe herrschte.

Vietnam_Tag1_2Wir aßen noch schnell in einem kleinen Restaurant zu Abend. Dort fiel Maureen leider auf, dass sie ihr Smartphone auf dem Geldautomaten vergessen hatte, an dem wir ca. 15 Minuten vorher Geld abgehoben hatten. Sien lief schnell zurück, aber das Handy war natürlich weg. Mist! Schnell die SIM-Karte beim Anbieter gesperrt und alle Passwörter geändert. Zurück im Hotel fielen wir todmüde von all den Erlebnissen ins Bett.

Vietnam_Tag1_8 Vietnam_Tag1_7 Vietnam_Tag1_6 Vietnam_Tag1_5 Vietnam_Tag1_4Wir ließen es uns auch am nächsten Morgen nicht nehmen auszuschlafen. Nach einem merkwürdigen Frühstück sah die Welt wieder besser aus. In Vietnam beziehungsweise zumindest in Dien Bien Phu ist es scheinbar üblich, dass es in Bäckereien keinen Kaffee und in Cafés kein Essen gibt. So aßen wir erst ein paar Teilchen in einer Bäckerei und gingen danach für einen Kaffee in ein Café. Nach dem Frühstück kauften wir unsere Tickets für den Nachtbus nach Hanoi. Auch hier drängte sich uns jeder auf und wollte uns seine Tickets verkaufen. Jeder erzählt dabei natürlich etwas anderes, nur um an unser Geld zu kommen. Wir entschieden uns lieber für die sichere Variante, indem wir an dem Tickethäuschen kauften, auch wenn das ein paar Dong teurer war. Im Anschluss checkten wir aus dem Hotel aus und durften das Gepäck an der Hotelrezeption lassen.

Vietnam_Tag1_9Für den Rest des Tages stand ein wenig Kriegsgeschichte auf dem Plan. Dien Bien Phu war nämlich der Ort, an dem die Vietnamesen gegen die Franzosen gewannen und endgültig ihre Unabhängigkeit gewannen. Tatsächlich ließen die Franzosen Fallschirmspringer über dem Tal abspringen, eroberten es zurück, ließen Nachschub heranschaffen und befestigten das Tal und die umgebenden Berge und wollten den erwarteten Angriff der Vietminh nutzen, um deren Truppen final zu schwächen. Gut, ein Tal für eine Verteidigung aussuchen erscheint wohl nur Franzosen als vernünftig. Letztendlich brachen die Vietminh schnell durch, beschossen von den Bergen das Tal und stürmten dieses am Ende komplett. (Kurzfassung)

Vietnam_Tag1_10Zunächst genossen wir die Aussicht von einem Unabhängigkeitsdenkmal und gingen danach zu einem Freilichtmuseum, in dem zurückgelassene Panzer und andere Kriegswaffen der Franzosen ausgestellt und die Schützengraben nachgebaut wurden.

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Zuletzt stand noch ein Besuch des vietnamesischen Soldatenfriedhofs an, bevor wir uns auf den Rückweg machten und dabei über einen typisch vietnamesischen Markt gingen. An den Anblick und die Gerüche werde ich mich wohl nicht mehr gewöhnen. Wir aßen zu Abend und tranken noch einen Bierchen, bevor wir unsere Rucksäcke abholten und wieder nicht ohne Probleme mit den vielen Männern am Busbahnhof in den Bus stiegen.
Auch auf dieser Fahrt waren Vietnamesen, die es scheinbar nicht gewöhnt waren Bus zu fahren und so kotzten die ersten schon nach 10 Minuten. Wir versuchten irgendwie auf den unbequemen Liegen zu schlafen und kamen nach ~10 Stunden Fahrt in Hanoi an.

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